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von der „Sprache des Herrn Wieland," wie sic die erstenSchriften des damals scchsundzwanzigjährigen Dichters zeigten,handelt. Wieland's Anlehnung an die Franzosen hatte ihn schonherausgefordert, und nun fand er auch die Sprache unrein undschlecht. Er meint, Wieland hätte in der Schweiz, wo er sichdamals anfhielt, nicht bloß den Geist und den cigcnthümlichcnSchwung unsrer Sprache verlernt; „er muß sogar — fährtLessing wörtlich fort — eine beträchtliche Anzahl von Wortenvergessen haben. Denn alle Augenblicke läßt er seinen Leser über-ein französisches Wort stolpern, der sich kaum besinnen kann, ober einen jetzigen Schriftsteller oder einen aus dem galanten Zeit-alter Christian Wcise's liest. Licenz, visircn, Edueation, Dis-ciplin, Moderation, Eleganz, Acmulativn, Jalousie, Cvrruption,Dcxterität — und noch hundert solche Worte, die alle nicht dasgeringste mehr sagen, als die deutschen, erwecken auch dem einenEkel, der nichts weniger als ein Purist ist. Linge sagt HerrWieland sogar" — für Leinen oder Wäsche nämlich. Wie vielevon Denen, die heute Lcssing immer im Munde führen, schreibenein Deutsch, das dem großen Alaune denselben Ekel erweckenmüßte. Möchten sie doch Lessing weniger im Munde führenund mehr im Herzen tragen!
Und endlich viertens Klopstock, der gewaltige Dichter, dersich um unsre Sprache unsterbliche Verdienste errungen hat.Klopstock eifert in seiner 1774 veröffentlichten „Deutschen Ge-lehrtenrepublik" gegen das Fremde und die fremden Wörter, undist der Meinung, daß Derjenige, der stets „ausländische Worteohne Bedürfniß in die Sprache mischt, den Hund tragen" solle/)als ein Zeichen schmählicher Schande — ein Seitenstück zu denfaulen Eiern des alten, trefflichen Schottelius.
Ich komme nun auf die Wirksamkeit der Berliner Aka-
) Ausgabe der Werke von 1844. Bd. VIII. S. 30.