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so mangelt cs der teutschen Sprache durchaus nicht an einigen:Knnstwcrte, sondern uns am rechten Verstände unserer Sprache."(S. 18/9.) Rechte und gerechte Worte, welche verdienten andie Mauern der Städte zur Nachachtnng und Beherzigung ge-schlagen zu werden.
Auch der große Leibniz trat für die gute Sache ein. ImJahre 1697 schrieb er seine „Nnvorgreifliche Gedanken, betreffenddie Ausübung und Verbesserung der teutschen Sprache,"*) indenen er „unsre Haupt- und Helden-Sprache" (S. 21.) gegenden „abscheulich überhand genommenen Mischmasch" (S. 20.)kräftig vertheidigt. Er erklärt, wie es gekommen sei, daß, da„mau im Jahrhundert der Reformation ziemlich rein Teutschredete" (S. 24.), nun seit dem dreißigjährigen Kriege, „da Tentsch-land von fremden Völkern, wie mit einer Wasserflnth über-schwemmt worden, nicht weniger unsre Sprache, als unser Gutin die Rappuse gangen". (S. 25.) Französische Sprache undWesen habe überhandgenommen, man habe „Frankreich gleichsamzum Muster aller Zierlichkeit aufgeworfen," man sei danacherzogen und habe „einen Ekel der Teutschen Sprach und Sittenaus Ohnerfahrenheit angenommen". (S. 26.) Leibniz erörtertdann kurz das Wesen lind die Natur unsrer Sprache und be-zeichnet die Mittel, um „dem einbrechcndcn Sturm der fremdenWorte sich zu widcrsetzen" (S. 93.), worauf wir weiter untennoch zurückkommen werden. Insbesondre will er die eigentlichschöne Literatur geschützt wissen und ist der Ansicht, daß, wieschon oben bemerkt, „in einem sonst schönen Teutschen Gedichteein Französisches Wort gemeiniglich ein Schandfleck sein würde".(S. 95.) Endlich hofft er einen günstigen Erfolg von einer Ver-einigung „Tentschgesinnter Personen". (S. 114.) Dieser Hoffnungund Meinung hat er in seiner wahrscheinlich bereits erheblich
') In „Lcibniz's Deutschen Schriften" I. (Berlin, 1838.)