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Teutschlande schöner, safftiger und dem Teutschen Verstände deut-licher und kräfftiger vorhanden ist. Das; aber hie etzliche ver-meinen möchten, man vermöge nicht, oder man vermöge doch soeigentlich nicht die lornrinos oder vorda nrkinm in DeutscherSprache zu geben, wie sie in Griechischer und Lateinischer be-findlich sind, solches ist nur eine öffentliche Bekenntnis; ihrer un-kündigkeit, und dcrosclben Meynung im gründe irrig, falsch undnichtig." (S. 15/6.) Diesen Gedanken führt er dann desweiteren aus und gelangt endlich zu der entschiedenen Erklärung:„Diß mus; einer beweisen, wer da einen mißgünstigen zweiffelrecht ausbrüten wil: Ob unsere teutschen Kunstwörter nichtkönnen eben so gründlich, vernemlich und wollautend außdrückenund anzeigen das Ding, dessen Kunstmässige Wörter sie sind,und ob sie nicht in einer geringen Lehrzeit durch kurtze gewohn-heit eben so beliebt und unserem Verstände annehmlich werdenkönnen, alß die Griechische oder Lateinische. Kan er daß, so führeter den Titul eines Klügelmeisters mit ehren: wo nicht (es wirdaber niemand können, und wil doch stete Grillen haben, undeinen stinkenden klügelsüchtigen Athem von sich blasen,) so sollman ihn mit faulen Eyeren hinaus; werffen, und seinen Nahmennicht würdigen mit teutschen Buchstaben zu schreiben. Und diesesrede ich aus trieb sonderlicher wichtiger Uhrsachen: sintemal dieteutsche Sprache von keinen mechtigern Feinden überfallen, nochvon einem gifftigercn Unsterne überstralet werden kan, als daßbald einer, und ander, so doch noch nicht angefangen ein Lern-schüler darin zu werden, gar gebietender Massen ein Richter seyn,und das Winkeleisen nach dem Grundsteine abformen, das; ist,den Verstand nach seinem Unverstände abmessen wil: Dadurchdenn alle Früchte und die grünende Blüte unserer Muttersprache,in ihrer ersten Geburt wird ersticket, also daß sie zu keinemvollen Wachsthume gerechten kan, sondern ein dörnichtes Ge-büsche und zertretenes Gestrütticht verbleiben muß. Schließlich
Ricgcl, Ein Hmchtstück. 3