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sie empfinden und kennen die Unnatur nicht mehr. Wvzu siesich ans Eitelkeit und Narrheit erst haben zwingen müssen, istihnen Lebcnsbedingnng geworden — auf Kosten ihrer Gesund-heit, Tüchtigkeit und Lebensdauer. So ist es auch mit derSprache. Ans Äfferei ist ihr Gewalt angethan; die Äfferei istzur Gewohnheit geworden, und Äfferei nährt fort und fort dieKrankheit. So ist die gesunde Natur unsrer edeln Sprache ge-schädigt worden und unnatürliche Entartung eingerissen. Die-jenigen, welchen der fremde Wortmischmasch zur Gewohnheit ge-worden ist, haben einen Thcil ihrer eignen Muttersprache verlerntoder niemals gelernt. Sic haben den fremden Zwicker ans derNase und das ausländische Schnürlcib um die Brust: der ge-sunde Begriff von Wesen und Geist, von Reichthum und Schön-heit der deutschen Sprache ist ihnen verdeckt und eingeengt.
Aber so alt es ist, so alt ist auch der Kampf gegen dasÜbel. Es hat nie an Vorstellungen und Ermahnungen gefehlt,von der verderblichen Gewohnheit abzulassen, und ich könnte einegroße Menge von Beweisstellen hierfür beibringen. Da cs aberkeinen Werth haben kann, eine vollständige Aufzählung allerNamen, die in dieser Beziehung hier genannt werden könnten, zugeben, so beschränke ich mich darauf, aus der Vergangenheit alsBeispiele einige Stimmen von Männern wachzurnfen, die diesemUnfug entgegcntraten und das Kind beim rechten Namen nannten.
Am ehesten dürfte, wenn man von der Unart der höfischenDichter des dreizehnten Jahrhunderts, wie billig, absieht, eineumfänglichere Vermischung unsrer Sprache, oder richtiger ihresniederdeutschen Zweiges, unter Einfluß der burgnndischen undspanischen Fürsten, in den Niederlanden stattgcfunden haben. Endedes sechzehnten und Anfang des siebzehnten Jahrhunderts wardiese Vermischung, besonders in den südlichen Landcstheilen, schoneine sehr starke und entstellende geworden. Das Niederländische,Vlämische, oder wie er cs selbst nennt, das Deutsche, welches