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Ansicht, daß die deutsche Sprache die reichste und schönste sei,die es giebt; und so sehr mich diese Anerkennung erfreut undmit gerechtem Stolze erfüllt hatte, so war ich innerlich dochaufs tiefste beschämt, sobald ich an jene Wortmengerei dachte, unterder unsre Sprache leidet. Da kam sie mir vor wie die ärmsteund häßlichste von allen. Und dies ist in Wahrheit die Ansichtderjenigen Ausländer, die das Deutsche nur aus Zeitungen, ausdem Handelsverkehr und ähnlichen Quellen kennen. Was sollensie von dieser „deutschen" Sprache denken, wo sie das dritteWort in ihrem deutschen Wörtcrbuche nicht finden? Sic ver-spotten uns ohne Rücksicht und um so rücksichtsloser, je öfter undlebhafter sie irgendwo und wie die deutsche Sprache haben rühmenund preisen hören. Von Engländern muß man sich sagen lassen,unsere Sprache sei kaum noch deutsch, von den Franzosen mußman hören, wie sie spotten, daß wir nun zwar ein deutschesReich hätten, daß aber die armselige deutsche Sprache doch vollsei von französischen Wörtern, die sie nicht entbehren könne, daßso die großartige Überlegenheit des französischen Volkes glänzendzum Ausdruck käme. Den jungen deutschen Mädchen sogarwerden in den Erziehungsanstalten zu Genf und Lausanne vonihren ausländischen Genossinnen die deutschen Zeitungen höhnischunter die Nase gehalten mit der herausfordernden Frage, ob dasdie gerühmte deutsche Sprache sei? So weit ist cs gekommen.Und dieser Hohn des Auslandes ist nicht unbegründet und un-berechtigt. Wir verdienen ihn. Ob er aber etwas nützt, daßihr endlich schicklicher und schonender mit unserer Sprache um-zugehen trachtet!
Auch in den Schriften des Auslandes, namentlich in denender Franzosen, kommt dieser Hohn znm Ausdruck, bald schärfer,bald milder, je nach Umständen und Verhältnissen. Ich führeeines der mildesten Beispiele an, eine Stelle ans einem Aufsatzevon G. Valbert über den ersten Band der „Politischen Korre-