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barch unsrer Publicisten ein Ziel stecken?"') Und lange vorGottsched schon war die Sache gerade so. Schon 1644 wurdein dem zu Straßbnrg erschienenen „Teutschen Sprach-Ehren-Krantz" sS. 337) geklagt, daß die „Zeitung-Schreiber Un-gezwungen Und vngetrnngcn die tcntsche Sprach mnthwilligerweiß verderben" mit so viel Französisch, Italienisch und Spa-nisch, daß „solche Zeitung kein Tentscher Verstehen kan." Ja,cS ist so. Den Zeitungsschreibern und Tageblättlcrn kommt seitdrittchalb Jahrhunderten der Löwenantheil am Verderb derSprache zu.
Das Bild, welches ich in den bisher gegebenen Aus-führungen von der deutschen Sprache, wie sie heutzutage sovielfach gesprochen und geschrieben wird, zu zeichnen suchte, istwahrlich schlimm genug. Die Frage crgiebt sich von selbst: Istdiese also durchsetzte und durchflicktc Sprache noch deutsch zunennen? Ich achte sie nicht dafür. Und sic steht wahrhaftigdem neuen deutschen Reiche schlecht zu Gesichte. Kein Einwand,kein Vorwand, keine Entschuldigung kann diesen jämmerlichenUnfug beschönigen, der umso jämmerlicher ist, als cs so leichtwäre, ihn zu vermeiden. Man muß ihn nur vermeiden wollen,und er ist vermieden.
Und eben weil sie bloß ein Gegenstand eures Willens ist,ist die Sache so entehrend für uns. Schämt ihr euch denn nichtvor dem Auslande? Allerdings kennt man im Auslände unsreSprache oft nur ans den höchsten Dichterwerken, und man istdann voll von Bewunderung für sic. Wie ich denn selbst zuFlorenz Zeuge einer Unterhaltung war, die damit endigte, daßeiner der Theilnehmcr erklärte: „Ua 1in§ua toä68oa 6 la piüriooa 6 dolla olle o's."^) Aber nicht jeder Ausländer ist dieser
Teutschc Sprachkunst u. s. w. — Siehe weiter hinten. — S. 1972) Siehe des Verfassers „Italienischen Blätter." S. 169.