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sehen. Und man übersieht sie von selbst, wenn man recht ansden Inhalt seiner Schriften sieht. Nun wird man ja auch fernerohne weiteres zugeben, daß unter den Verfertigern der Zeitungensich mancher befinden mag, der froh ist, wenn er nur seine „häufigandringendcn" und sonst ihm wieder entfallenden Gedanken inaller Eile zu Papier gebracht hat. Auch wir find dann froh, daßuns diese kostbaren Gedanken wenigstens mitgethcilt werden undsehen wegen der Paar fremden Ausdrücke, die dabei gebrauchtwurden, gerne durch die Finger. Aber nicht jeder Tagcblättlerist doch, so zu sagen, ein zweiter Kant. Oft und täglich wirdeinem eine sprachliche Sndelköcherei ovrgesetzt, in der inan selbstbeim sorgsamsten Durchseien, Zerlegen, Kosten und Verspeisenkeine Spur von Gedanken entdeckt. Aber gerade diese Sndclköchespicken ihre inhaltlose Kost über und über mit allerlei fremdenBrocken, daß es einem graust, und sie gerade behaupten, sichnicht anders ansdrücken zu können und sich gerade so höchstvollkommen, höchst vortrefflich und schön auSzudrücken. Einigemeinen auch, die fremden Wörter ließen sich schlechterdings nichtvermeiden, da die Leute die betreffenden deutschen Wörter janicht verstehen würden. Natürlich, wenn ihr alle Tage zehn-mal Diner, Courtoisie und Atelier drucken laßt, wer soll amEnde noch Mahl, Höflichkeit und Werkstatt verstehen? Zwingtdoch durch cuern Vorgang und euer Beispiel die Leute, daß siesich auch an verlassene und verlorene Glieder ihrer Mutter-sprache wieder gewöhnen. Das wäre ein würdiges Beginnen.
Andere wieder glauben offenbar, daß ein Übermaß vonPfeffer und Senf ihren wässrigen Brei zu einem kräftigen undschmackhaften Gerichte mache. Auf diese Geister paßt wiederum,was Lcibniz schreibt: „Sagen sie, daß sie nach vielem Nach-sinncn und Nagelbeißcn kein Deutsch gefunden, so ihre herrlicheGedanken auszudrücken guth genugsam gewesen; so geben siewahrlich mehr die Armuth ihrer vermeinten Beredsamkeit, als