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selbst ja Journalisten, Redakteure, Chefredakteure, Reporter unddergleichen mehr.
Wer aber möchte alle die Ausgeburten solchen schwindel-haften Treibens aufzählcn! Ich unterlasse es auch, auf einzelneZeitungen und einzelne Fälle besonders hiuznweisen, da fast jedesbeliebige Zcitungsblatt den Beweis für die Verwilderung derdeutschen Sprache liefern kann.
Manches ließe sich vielleicht zur Entschuldigung der Zeitungs-schreiber anführen. Die Hast des Schreibens für ein Blatt, dasjeden Tag, ja täglich zwei- oder dreimal erscheint, gestattet oftkeine Überlegung; es wird darauf los geschrieben, wie eben dieTinte aus der Feder stießt. Auch mag's ja leichter sein, ohneviel Nachdenken zu sprechen und zu schreiben, was über dieZunge und in die Feder läuft, als auf seine Sprache anständigund schicklich zu halten. Dieses setzt Erziehung, Bildung undWillen voraus, während jenes in sprachlicher Hinsicht ein un-gezogenes Sichgehenlasscn bedeutet.
Auch einiges andere ließe sich noch sagen. Schon Leibuizmeinte, daß manche Personen „offtmahls in solcher Eil schreiben,wegen überhäuffter Geschäfte, daß sie kaum einmahl wiederlesenkönnen, was sie geschrieben, und froh sind, wenn sie ihre häufigandringende und sonst verschwindende Gedanken in aller Eil demPapier zu verwahren geben; daß nun solche es bei dem übel-cingerissenen Gebrauch lassen, und die ihnen zuerst vorkommendenWorth ergreiffen, darumb sind sie nicht zu verdenken; denn jaofftmahls die frembde uns geläuffüg, und die teutsche frembdworden." Solche Entschuldigung wird gewiß jeder billigerweisegelten lassen, wenn die Dinge sich wirklich so verhalten. Sogerne man auch bei Kant eine ganze Reihe fremder und zumThcil gewiß recht unglücklicher Ausdrücke lieber nicht sähe, sogerne wird man sich doch vor dem großen Weisen beugen undaus Achtung vor seinem gewaltigen Geiste solche Ausdrücke über-
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