Druckschrift 
Die Landgüterordnung Kaiser Karls des Grossen :
(capitulare de villis et curtis imperii)
Entstehung
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51. Praevideat unusquisque iudex, ut sementia nostra nulla-tenus pravi homines subtus terram vel aliubi abscondere possintet propter hoc messis rarior fiat. Similiter et de aliis maleficiisillos praevideant, ne aliquando facere possint.

52. Volumus ut de fiscalis vel servis nostris sive de ingenuisqui per fiscos aut villas nostras commanent diversis hominibusplenam et integram, qualem habuerint, reddere faciant iustitiam.

c. 51. tenus homines ist tibergesclirieben.

51 .pravi homines: Verruchte Leute.F. Dahn, dessen Aufmerksam-keit ich auf diese Stelle lenkte,sagt darüber brieflich:

Wie schon der Ausdruck:et de aliis maleficiis dartimt,sind unter dem pravi ohne ZweifelZauberer zu verstehen, diedie Aerndte auf dem Halmeschädigen.

Das Anziehende in jenerSteile ist nun aber, dafs sieden Zauberer zwar den gleichenZweck verfolgen läfst wie denBilwis-Schneider (s. Schmeller-Frommann Bayr. WB. I, S. 230,204, II, 5S5,'1037, 1038), abermit einem anderen Mittel: hierwird nicht umritten, sondern dasZaubermittel besteht darin, dafsein Häuflein des Saatkorns deszu schädigenden Nachbars (ent-wendet und) so tief unter dieErde vergraben wird, dafs esdort verfaulen mufs und nichtzu Tage spriefsen kann: dies isteine der Hauptformen germa-nischen Gebetes zu guten (weifser Zauber) oder zu bösenZwecken ( schwarzer Zauber):es ist einpars pro toto: wie die paar Körner, so soll dieganze Aussaat verfaulen undnicht gedeihen. Es ist die An-wendung des Symbolischen ( s.Dahn, Bausteine I, S. G8), die inden germanischen Kultgebräucheneine wichtige Holle spielt: manmacht den Göttern (oder den(Dämonen) pantomimisch vor,was man von ihnen erwartet,dafs sie thun sollen, wie derZauber die Handvoll verfaulenmacht, so sollen die Götter an derganzen Aussaat thun. Anderer-seits: der baiuvarische Bauer

verbrennt bei schwerem Gewitteropfernd einen Span, um das Hausvor dem Blitze zu retten.

maleficiis: Zauberwerke, incantatio-nes et magice B o. p. 88, N. 85,frz. malefice = Hexerei, Zauberei;s. auch c. 53 und vergi. 1. sal.XIX, Edict. Rotliar. 368 (aberauch 376), 1. baiuv. XIII, 8(aranscarti, Mederer S. 201203);Admonitio generalis v. März 779,c. 16 (Bo. 47, 51); Admon. gen.März 789, c. 18; Bo. 55, 58, 59,und hierzu indiculus superstit. etpagan. Pe. I, 19; Bo. S. 222, 223,auch Cap. cum Italiae episcopisdeliberata v. 790800, c. 2, 3;Bo. S. 201, 202. Vgl. auch Cap.de part. Saxon. 775790, c. 6(striga), 7,9, 2123, Bo. S. 68,69, Pe. I, 48; Dupl. legat, edict.789, c. 26, 34, Bo. S. 64; Cap.miss. (802?), c.40,41, Bo. S. 104.Unter das Verbot der maleficiafallen vor Allem Zaubersprücheu. dgl. (galster, s. Schade WB.

I, 255) Bo. a. a. 0-, N. 85 undS. 228, c. 15; ferner herbas darebibere = potiones maleficas s. 1.sal. XIX, 1, 2 mit Zus. 1 (liga-turae) und Zus. 2 (infantes nonpotuerit habere) Behrend 1. sal.S. 25; Br. II, 561; gildonia 0.Herist. c. 16; Bo. 51; C. 789,c. 26; Bo. 64, N. 18; Br. II, 540,678 fi. Bekämpfung des Heiden-thuins, s. auch die von Zorn.Kirchenrecht § 5, S. 66, Anm. 1angegebenen Zeugnisse und Br.

II, 678 ff.

52. justitiam reddere = frz. rendrejustice, ihr volles Recht ihnen ange-deihen lassen, das ihnen zukommt.Vgl. C. de just. fac. Bo. S. 176.

Diese Vorschrift hängt mitdemniithio zusammen, der dem