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Die Landgüterordnung Kaiser Karls des Grossen :
(capitulare de villis et curtis imperii)
Entstehung
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Capitulare 1 ) de villis 2 ) vel 3 ) curtis 4 ) imperii 5 ),

Incipit capitulare de villis vel curtis imperii.

1. cap. Volumus ut villae nostrae, quas ad opus nostrum ser-viendi institutas habemus, sub integritate partibus nostris deserviantet non aliis hominibus. '

l ) Capitulare: Verordnung; Ur-sprung dieser Bezeichnung s. Schu.S. 82; Sehr. S. 247; Br. I, S.377;Siegel. R. Gesell., 3. Aufl., S. 39;G. Seeliger, Die Oapitularien derKarolinger. München 1893, S. 30,37;aber das Wort ist auch in diedeutsche V olkssprache übergegangen,s. Sclimeller, Bayerisches Wörterbuch(1. Aufl., II, S.314:Einen kapiteln).

2. Aufl. Schmeller-Frommann 1,1268,

ahd. capitulön scribere, pernotare s.S c h a d e , Altd. W.-B. I, 473. Ueber

die verpflichtende Kraft der könig-lichen Verordnungen im Karolinger-reiche und den Dualismus vonKünigsrecht und Volksrecht jenerPeriode s. Br. I, S. 277282, 380,381; Sehr. S. 248, 249; Schu.

S. 83, 84, abweichend aber Da. K.Bd. VII, Abtheilung 2, S. 41 45;Boretius, Die Oapitularien im Lan-gobardenreiche (Halle 1864") S. 14 ff.;diesem folgend; Siegel, Brunner,So hm; entgegen aber Beseler:Ueber die Gesetzeskraft der Oapitu-larien ( in den Festgaben für GustavHomeyer zum 28. Juli 1871), Berlin1871; und hiergegen Boretius,Beiträge zur Capitularienkritik. Leip-zig 1874, S. 3 67. Vergl. fernerv. Amira in Pauls Grundrifs dergerman. Philologie II 2, X. Abschn.,S. 48 51; G. Seeliger a. a. 0.,welcher die von Boretius aufgestellte

Eintheilung der Oapitularien alsnicht strikte durchführbar nach-weist. S. 75, 81ff. Ueber die Geltungdes 0. de villis insbes. s. Ga. S. 209,210, 238.

2 ) Villach Domänen, Krongüter,Landguter des Staats und desKönigs, villae fiscales, daher auchfisci genannt, so z. B. in c. 4, 6,52, s. auch Da. M. S. 336 und diein Anm. 9 ebenda angeg. Lit., auchGa. S. 216, Anm. 5 mit Lit. DieVilla (Hofmark) der karolingischenZeit (hinsichtlich der merowingischeuZeit s. A. H. Blumenstock, Ent-stehung des deutschen Immobiliar-eigenthums Bd. I, 1894, S. 219 ff.)ist umfassender als villa im altenSinne (praedium rusticum), aber nochnicht so ausgedehnt, wie im Sinneder späteren romanischen Sprachen,insbes. französ. Ia ville; es ist liier(vgl. Gu. J. I, p. 45, 47 49) einKomplex von Wohnhäusern, Wirtli-schaftsgebäuden, Aeckern, Wiesen,Wäldern u. s. w. mit oder ohnekönigliche Pfalz (palatium c. 27, 47)in seiner wirtschaftlichen und ju-ristischen Zusammengehörigkeit ge-meint. Ueber den Sprachgebrauchdes IX. Jahrli. in dieser Beziehung s.S. Rietscliel, Die Civitas aufdeutschem Boden bis zum Ausgangeder Karolingerzeit. 1894, S. 41 ff.)Di. S. 341; Gi. I 130 ff., 162 ff,