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Die Landgüterordnung Kaiser Karls des Grossen :
(capitulare de villis et curtis imperii)
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22. Coronas de racemis, qui vineas habuerint non minustres aut quattuor habeant.

23. In unaquaque villa nostra habeant indices vaccaritias,porcaritias, berbicaritias, capraritias, hircaritias quantum pluspotuerint et nullatenus sine hoc esse debent. Et insuper habeantvaccas [ad] illorum servitium perficiendum commendatas per servos

c. 32. Z. 1: ritios ist übergeschrieben. Z. 2: hircaritias ist theilweise naclige-fahren von späterer Hand. Z. 4: ad ist ergänzt von Guerard und Bo.; esfehlt in der Handschrift und bei Be.

22. Corotias. Die Bedeutung dieserVorschrift ist bestritten; Tres-senreuter, Anton, Pertz,Volz, Refs und in neuesterZeit Ilwof sind der Meinung,dafs unter Kränzen die Ab- oderKennzeichen vonWeinschenken zuverstehen sind, und dafs den Amt-männern zur Pflicht gemacht wird,solche Schenken in entsprechen-der Anzahl zu halten; Pe. I,S. 182, N. 7: coronas id est cau-ponas corona exposita conspicuas.

K. W. Volz: Beiträge zur Kul-turgeschichte. Der Einflufs desMenschen auf die Verbreitungder Hausthiere und der Kultur-pflanzen (Leipzig, Teubner 1852,S. 177):Die Beamten, welcheWeinberge unter sich hatten,mufsten 34 Kränze von Wein-reben, d. h. Reifwirthschaften, inihrem Bezirk halten, um denherrschaftlichen Wein auszu-schenken.

J. H. Refs: Des Kaiser Karlsdes Grofsen Capitulare de villis(Helmstädt, Fleckeisen, 1794)übersetzt:Wo Weinberge sind,da sollen wenigstens drei odervier Weinkränze sein und fährtfort:Aus der corona de racemisweifs ich sonst nichts zu machenals einen Schild oder ein Zeicheneines Weinschankes oder Wein-verkaufs. Man pflegt auch wohleine Traube von Blech statt einesSchildes auszuhängen. Karl hältes nicht unter seiner Würde,Weinschänken auf seinen Güternzu haben. Refs a. a. 0., S. 38.Ders. Ans. ist Ilwof a.a. O.S.418.

Dagegen halten Guerard,Boretius, Thaer und Erlerjene coronas für Rebenkränze

oder Reife, an welchen die Trau-ben, die für den königlichen Tischbereit zu halten oder zu liefernsind, aufgehangen und hängendauf bewahrt wurden: vinearumdominicarum cultores non minusquam tres vel quatuor racemorumcoronas conservare faciant inusum regium Gu. C. a. a. 0.; Bo.S. 85, N. 25; Erler a. a. 0.,S. 65; Th. berichtet beide An-sichten; die letztere verdient denVorzug vor der von Pertz, Volzund Refs, denn Weintraubenliefe-rungen und der Gebrauch Früchteaufzuhängen sind für jene Zeitnachweisbar: s. Du. Oa. II, 574

1. f.: Abbas et conventus ....debebant aimuatim coronam deracemis; über den GebrauchFrüchte aufzuhängen s..No. 6021.

racemis, Weintrauben, prov. razims,frz. raisin Di. 664.

qui vineas habuerint, entweder Amt-männer selbst oder besonderevinitores. Winzer, s. Da. K. VII.

2, S. 240;

vineas, s. c. 8, 34, 41, 44, 48, 62, 64.

23. vaccaritias hircaritias: Züch-tereien, Zuzucht von Rindvieh,Schweinen, Schafen, Ziegen undBockhaltung (Th. S. 247).

porcarit. Ueber Schweinezucht s.auch c. 35 u. 0. Aquisgr. 813,c. 19 (Bo. 172); Ilwof a. a. 0.,S. 423, Westdeutsche Zeitschr.1882, S. 289. Starke Verwen-dung von Schweinefleisch u. -Fettergiebt sich wie aus cc. 34, 35wohl auch aus c. 64 in Verbin-dung mit 0. Aquisgr. 813, c. 10und den Brev. exempl., c. 25, 30;Bo. 252, 254, 255. Abgabe von