Kein Laster des schlauen Talents hatte je den Ausdruckschärfer — kein erschöpfendes Laster die Linien tiefer ge-macht. Er war das Ideal eines Grafschaftsmitglieds; soglatt, so gelassen, so geschäftsmännisch, und doch so zier-lich, so sauber, so gar der Gentleman! Und jetzt lag eineArt von Pathos in seinen grauen Haaren, seinem ange-griffenen Lächeln, seinen unruhig bewegten Händen, demraschen und unbehaglichen Wechsel seiner Stellung, demZittern seiner Stimme. Er wäre Solchen, die ihn nur sa-hen, aber nicht hörten, leicht als der rechtliche Mann inUnruhe erschienen. Kalt, bewegungslos, sprachlos, demAnschein nach gleichgültig, in der That aber scharf be-obachtend, hörte ihm Lord Lilburne, noch auf dem SophaauSgestreckt, den Kopf zurückgeworfen, aber Ein Auge aufseinen Gesellschafter geheftet, die Hände vor sich gefaltet,zu; und in dieser ruhige» Lage — welch eines verschie-denen Lebens und Charakters Geschichte konnte man ausseinem Angesicht, ja selbst aus seiner Person lesen! Welcherangeborne Scharfblick in dem lauernden Auge! Welcheharte Entschlossenheit in den vollen Nüstern und den festenLippen! Welche sardonische Verachtung von Allem in denverschlungenen Linien um de» Mund! Welche Fähigkeitund Neigung zum physischen Genuß aller Dinge, die erdoch so verachtete, in dem feinorganisirten Nervensystem,das, neben ursprünglicher Kraft und Lebhaftigkeit der Con-stitution, sich noch in den Adern der Hände und Schläfeund in dem gelegentlichen Zucken der Oberlippe verrieth.Er hatte den Körperbau, wie er vor allen andern am
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