Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
28
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L8

Sir, Sir!" rief der Liebende, und sein Herz blutete,Ihr seyd immer gütig, mitleidig, großmüthig; aberraubt oh! raubt mir nicht die Hoffnung. Ich habe,dank Euch! nie, außer in augenblicklicher Niedergeschla-genheit, den Fluch meiner Geburt empfunden. Jetztwie schwer lastet er ans mir? Wo soll ich Trost suchen?"

Wie er so sprach, tönte der Hall einer Glocke überdie durchsichtige Luft und den schlummernden See; es wardie Glocke, die jeden Abend und Morgen diese unschuldigeund fromme Familie zum Gebet rief. Des alten MannesAngesicht veränderte sich, als er sie hörte nahm stattseiner gewöhnlichen indolenten, abwesenden, zerstreutenMiene einen Ausdruck von Ernst, sogar von höherer Be-lebung an.

Horch!" sagte er aufwärts deutend,Horch! sieschilt Dich! Wer darf sagen: Mo soll ich Trost suchen?so lange Gott im Himmel ist?"

Der junge Mann, an den Glauben und die Uebun-gen der Religion gewöhnt, bis sie seine ganze Naturdurchdrungen, senkte reuig das Haupt; ein paar Thränenstahlen sich aus seinem Auge. '

Ihr habt Recht, Vater!" sagte er zärtlich, undlegte einen besondern Nachdruck ans den wohlverdienten,innigen Namen.Ich fühle mich schon getröstet und ge-stärkt."

So schlichen schweigend und geräuschlos neben einan-der der Jüngling und der Alte in das Hans zurück. Alssie das friedliche Zimmer erreichten, wo die Familie