Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

21

einmal mit Schmach, mit Verbrechen, mit öffentlicherKnndmachnng, mit dem Galgen endet werden sie dasübersehen?" Wie er so sprach, stöhnte er laut, und gleich-sam ungeduldig, sich selbst zu entfliehen, spornte er seinPferd, und rastete nicht eher, als bis er den Gürtel vonzierlich gestutzten, nüchternen immergrünen Gewächsen er-reichte, der seine bisher glückliche Heimath umgab.

Der junge Mann ließ sein Pferd selbst seinen Wegin den Stall suchen, und er schritt durch Zimmer, die erleer fand, auf den Rasenplatz auf der andern Seite, dersich zu den glatten Wassern des Sees herabzog.

Hier fand er unter dem Einen großen Baum, wel-cher den Stolz des Rasenplatzes ausmachte, über den erseinen Schatten weithin und dicht verbreitete, seinen Pfle-gevater fitzen, müßig brütend über einem oftgelesenenBuch, einem jener Bücher, für welche literarische Träu-mer leicht eine fanatische Neigung fassen den Büchernvon alten englischen Schriftstellern voll Phrasen und Ein-fällen, die halb witzig halb erhaben find, durchwobenmit Lobpreisungen des Landlebens, getränkt mit einer mehrpoetischen als orthoooren Religio», und geschmückt miteiner sonderbaren Mischung von mönchischer Gelehrsam-keit, und von Aphorismen, die aus der mühseligen Er-fahrung des wirklichen Lebens gesammelt sind.

Links, bei einem Gewächshaus, zwischen dem Hausund dem See gebaut, sah man das weiße Kleid und diehagere Gestalt der ältesten ledigen Schwester, der diePflege der Blumen angewiesen war denn sie hatte früh