jetzt leicht und gefällig auf der heitern Bahn ihrer Pflich-ten. Sie hegte vor ihren Eltern, besonders vor ihrem Vater,eine ehrerbietige Scheue, und ließ sich nie von der Mög-lichkeit träumen, einem ihrer Wünsche, geschweige dennihrer Befehle, Widerstand zu leisten. Fromm, freundlich,zart, von sanfter und nie verstörter Gemüthsart versprachCamilla, eine vortreffliche Tochter, auch eine nicht mindervortreffliche Gattin zu werden; man lonnte sich auf ihreGrundsätze verlassen, wenn man auch je Grund habensollte, an ihrer Herzensneigung zu zweifeln. Wenige Mäd-chen waren mehr geschaffen, Liebe eiuzuflößen. Man hättesich kaum wundern dürfen über die größte Thorheit, denärgsten Wahnsinn, den selbst ein vernünftiger Mann ihret-willensich hätte zu Schulden kommen lassen mögen. Dießberuhte nicht auf ihrer Schönheit allein obgleich sie aus-nehmend lieblich mehr »och als schön war, und jene ArtLiebenswürdigkeit besaß, welche allgemein bezaubert; dieGestalt, besonders was Arme, Hals und Busen betraf,war ausgesucht; um den Mund hatte sie Grübchen, blen-dend weiße Zähne — Augen von jener Sammtweichheit,daß hineinschauen — lieben ist. Sondern ihr Zauber be-stand i» einer gewissen Holdseligkeit des Wesens, einerausnehmenden Unschuld, gemischt mit der gewinnendsten,weil unbewußten, Koketterie. Bei dem Allen war eineFrische, eine Freudigkeit, eine jungfräuliche und bezau-bernde Offenheit in ihrer Stimme, ihrem Lachen — mankonnte beinahe sagen selbst in ihren Bewegungen. So warCamilla Beaufort in diesem Alter. So erschien sie Andern
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