Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
52
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Thräuen und ihr unschuldvolles Antlitz gewann nachund nach seine gewohnte, beredte Heiterkeit wie-der. Nie vielleicht wäre ein glücklicherer Augen-blick gewesen, von Lucie selbst ein Bild zu ent-werfen. Die unbewußte Anmuth ihrer Stellung,ihre gelüfteten Gewänder-, der bescheidne, jugend-liche Reitz ihrer Schönheit, die zarte Wangch aufwelche die jungfräuliche Vlüthe, eine Weile ver-scheucht , jetzt mit all ihrem Glanz zurückkehrte;die kleine, weiße, zarte Hand, worauf diese Wan-ge sich stützte, während die andre das Bild hielt,an dem ihr Auge sich labte; das halbe Lächeln dasjetzt an den vollen, rothcu, thauigcn Lippen hcran-zog, im Augenblick verschwand und dann wieder-kchrtc alles dieß gab ein Bild von so be-zaubernder Anmuth, daß wir zweifeln ob Shakspca«re selbst ein irdisches Wesen hätte erdenken kön-nen, mehr geeignet, Miranda's oder Viola's Tranm-gestalt zu verkörpern. Die ruhige, mädchenhafteZierlichkeit des Gemachs verstärkten den Zauber;und es war etwas Poetisches selbst in dem schnee-weißen Glanze des Nuhelagers, in den halb zuge-zvgnen Läden, die einen Strahl des silbernen Mon-des hereinließen, in der einsamen Lampe, die mitdem rcinern Licht des Himmels stritt und ein. ge-mischtes und gemildertes Licht in dem Gemach ver-breitete.

Noch betrachtete sie den Schattenriß, als einleiser Ton von Musik durch die Lüfte unter ihrem