Fenster sich hereinstahl und allmälig an Stärkewuchs, bis sich bestimmt und deutlich der Ton ei-ner Guitarre erkennen ließ, welche weit entferntdie stille Mondscheinnacht zu stören, ganz mit ihrim Einklang war. Die Galanterie und romanti-sche Zärtlichkeit früherer Tage war, obwohl zuder Zeit, wo unsre Geschichte spielt, im Abneh-men, doch noch nicht ganz verschwunden und nächt-liche Serenaden unter den Fenstern einer gefeuer-ten Schönheit gehörten keineswegs zu den Sel-tenheiten. Aber Lucie erröthete und erglühtemehr und mehr, als die Musik ihr ins Ohr ström-te, als ob sie eine tiefere Saite ihres Herzensträfe, als gewöhnliche Galanterie. Sie erhob sichvon ihrer liegenden Stellung auf einen Arm undbeugte sich vorwärts, um den Ton mit größerer,unfehlbarerer Sicherheit aufzufassen.
Nach einem Vorspiel von einigen Augenblickenbegleitete eine klare und wohllautende Stimmedas Instrument und die Worte des Gesangs lau-teten wie folgt:
Cliffords Serenade.
O schöne Welt, wo jede Nacht
Mein Geist mit deinem Zwiesvrach halt!
Die unnennbare Hoffnung lacht.
Ein Liebesstern, auf jene Welt!
Schlaff! fremd erschein' ich selbst mir nunIm Leben, das der Tag empört;
O schlaff! beseeligt magst du ruvn.
In einer Welk, die mir gehört!