liebte, denn sie für einen Unwürdigen hielten.Warum sollte ich nicht meinen Muth zusammeu-nehmen und ihm von dem Verdacht sagen denman gegen ihn hegt? Ein aufrichtiges Wort wür-de ihn zerstreuen. Sicherlich verlangt es die Zärt-lichkeit gegen ihn von mir, daß ich ihm Gelegen-heit verschaffe, alle falsche und entehrende V§r-muthungen uiederzuschlagen. Und wozu diese Zu-rückhaltung, da er so oft, wo nicht durch ein off,ncs Gestandniß, doch durch Blick und Wink mirseine Liebe erklärt hat und weiß, wissen muß, daßer mir nicht gleichgültig ist? Warum spricht ernie von seinen Eltern, Verwandten nnd seinerHcimath?"
Und unter diesen Fragen zog Lucie aus einemBusen, der an Farbe und Gestalt sich mit demvergleichen durfte, welcher Cymon zur Weisheitbekehrte, *) einen Schattenriß ihres Geliebten,den sie selbst hetmlicy entworfen und der, obgleichkunstlos und roh hingeworfen, doch aus der Begei-sterung des Andenkens entsprungen war und dieZüge und den Ausdruck an sich trug, die unaus-löschlich einem Herzen sich elngeprägt hatten, dasein so beflecktes Idol nicht verdiente. Sie blicktedas Bild an, als ob es ihre Fragen an das Ori-ginal beantworten könnte und als sie es anschauteund immer anschaute, stillten sich allmälig ihre
Drybeu'S Gedicht: Eymon und Isignema.
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