Druckschrift 
4 (1836)
Entstehung
Seite
26
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gänzlich frei von jenen grotesken Scheueln blieb,worin die Einbildungskraft des Nordens die Quelledes Schreckens gesucht hat.

Du hast," sprach sie mit langsamer, fester Stim-me, welche den Ausdruck ihres Gesichtes Lügen strafte,so affektlos und ruhig lautete sie:Du hast Schutzunter meinem Dach und Labung an meinem Herdgenossen Du hast mir Böses für Gutes zurück-gegeben, hast das Wesen, das mich liebte undmein war, ja noch mehr, das Geschöpf das vor allenAndern den Götter» geweiht ist und von den Men-schen für verehrungswürdig gehalten, wird, *) geschla-gen und vielleicht getödtct: höre jetzt Deine Be-strafung. Beim Mond, dem Beschützer der Zauberin-nen, beim Orkus, dem Sammler der Rache, verfluch'ich Dich und Du bist verflucht! Möge Deine Liebeverdorren, möge Dein Name geschändet werden, mö-gen die Unterirdischen ihr Wählzeichen auf Dichdrücken, möge Dein Herz verwelken und verbrennen,möge Deine letzte Stunde Dir die Prophctcnstimme

*) Bon den Römer», wie überhaupt von fast allen al-ten Völkern, wurde den Schlangen «ine besondereHeiligkeit beigelegt. Sie hielten sie gezähmt i» ihrenHäusern und »ahme» sie oft mit an Tisch, ja ins Bette.Besonders war eine gewisse Art beliebt, die man ge-wöhnlich epidaurische Drache» naunte. Kaiser Tiberhatte nach Sueton einen solchen s'ieblingdrachc», dener mit eigener Hand zu füttern pflegte. Auch Se-neka gedenkt dieser Hausdrachen,die in unschuldi-ge» Windungen sich zwischen den Bechern und deinSchovß der Gäste herumschlingen."