15S
Gott! was wir uns zu trösten wissen!
„Enr gar guter Herr," nahm sie wieder dasWort, ,,und liebt die stummen Thiere so sehr. SehenSie, Cäsar liegt wie gewöhnlich umer'm Bette.Regt sich nickt. Sicherlich weiß so ein Best ob wirkrank sind ober nicht. Ach was das Thier rin La-mento anfangen wird, wenn sie brach ab
und wand!» sich wieder an ihre Tabaksdose.
Ich suhlte mich nicht heimlich bei einem solchenGespräch uns Mich bald ins anstoßende Zimmerzmüe. Weiche Sülle dort! Es war, als ob mansie grei'en könre. Stille ist nicht» Schweigendes,mindestens nicht für das Herz! A's. Hand ruhteauf dem Kissen. Ich fühlte sie leis an. Kaum regt«sich noch ein Puls. Ich wollte die Hand eben wiederloslassen, als A. sich halb herumwandte und dieseHand sanft die meinig« drükie. Ich hörte einenleichten Seufzer, und beugte mich, in der Meinunger wache auf, über sem Gesicht. Der Mond schiendurchs Fenster hell herein und ich ward ergriffen,erschrekt fast, von der ausnehmenden Schönheit desLächelns, das auf seinen Lippe» sa webte. Aber dieLippen waren auseinander gewichen! Wieder fühlteich den Puls. Er war weg. Ich stürzte mit unsäg-licher Beklommenheit fort und rief mit unterdrükterStimme der Wärterin. Eie kam schnell, aber mirwar« als verginge eine Stunde bis sie in die Thürtrat. Von Neuem nahten wir dem Bett, und hierlag der arme Hund neben dem Gesicht seines Herrn.Still war er von seinem gewöhnlich«» Ruheplaz her»anfgekrochen, und als er uns den Vorhang wegzieheu
sah, blikk« er uns so traurig an, daß-nein, ich
vermag nicht fortzufahren. E» ist eine Religion imTod eines guten Menschen, die wir nicht der ganzenWelt ausschwazzen können!