Druckschrift 
Drittes Bändchen (1835)
Entstehung
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

Menschenverstandes aufzuführen. Ich begann alsoeinen neue» strengen Kars meiner metaphysischenStudien, wobei ich den Spizfiutigkeilen, welche denGelehrte» in der Regel in Anspruch nehmen, weni-ger Beachtung scheukle, als jenen allgemeinerenGrundsäzzen, rou welchen das Benehmen der Men-schen und unsere täglichen Handlungen heimlich ab-hangen. Praktische Philosophie ist die gröste allerWiff-»schafleu: Metaphysik, abgezogen von der prak-tischen Philosophie, ist eine in eben so hohem Gradscholastische als frivole Beschäftigung. Und gewißist der Mann verrnkt, „<zoi VLrk>or»ll> wiiiotUi rerum

Aber bald ließen mich die Materialisten kalt undunbefriedigt. Helvelius bezanberte meine Fantaste,schärfte meinen Verstand, erfüllte aber nicht meinGemürh. Auch Locke, Condillac entsprachen meiueuErwartungen nicht, »nd wagten auf meine Fragenentweder nicht zu antworten, oder wichen denselbenauf entmutdigende Weise aus. Kamen sofort dieschottischen und nach die en, so weit sie mir zugänglichwaren, die deutschen Denker mit ihren weit erheben-deren Ansichten; — die poetische, sternbeglänzte Nachtder Leztercn, die edle Wärme, der ernste, reicheGlaube der Ersteren. Ater ich vermochte die Augenvicht zuzuschließeu gegen die Haarspaltereien undKubtilitäten, die Marktschreiern und den Fanatis-mus der Einen, gegen die Utsereilung, die unlogi-schen Sprünge der Andern. Gelbst Plato mit all