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„Ick schreibe Dir, mein Theurer, Unvergessener,deu lrzkcn Brief, der je unter meiner Hand hervor-gehtn wird. Biü jezt würd' cs eiu Verbrechengewesen sein, Dir zu schreiben; vielleicht ist's nochimmer eines, aber sterbend, wie ich bin, und geschie-den von allen irdischen Gedanken und Erinnerungenausser Dir, fühle ich, daß ich meiuGemüth nicht fürdie lezie Stunde zu sammeln vermag, bis ich Dirden Segen eines Herzens gegeben habe, das Dicheinst liebte; ist dieser Segen ertßeilt, so glaub' ichmich von Deinem Bild abwenden und willig daslezte Band durchschneideu zu können, das mich andie Erde fesselt. Ich will Dich nicht guälen durchAufzäluug Dessen, was ich seit unserer Trennunggelitten, der Angst womit ich an Deine Gefühledachte, weuu Du meine Abreise erfahren würdest,der grausamen, furchtbaren Gewalt, womit ich ge-zwungen wurde die Elende zu werden, die ich jeztbin. Ich warb zu einer furchtbaren, bitteru Pflichthingestürmt, hiugehezt, aber ich danke Gott, daßich sie erfüllt habe. Was Hab' ich verbrochen, umdurch's ganze Leben so unglüklich sein zu müssen, alsich's gewesen bin? Ich frage mein Herz und durch-forsche mein Gewissen, und jede Nacht denk' ich überdie Sünden des Tages nach; sie scheinen mir nichtschwer, gleichwol ist meine Buße sehr schwer gewesen.Seit zwei Jahren war, glaub' ich alles Ernstes, keinTag, welche» ich nicht mit Thräueu bezeichnet hätte.Doch genug hievon uud von mir selbst. Zn Dir,