Druckschrift 
Drittes Bändchen (1835)
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

8 »

heiratet! meine Lncie, meine zärtliche, trene, reineLncie! Plözlich schienen alle entsezte, schauderndeKräfte meiner Leidenschaft neu aufjulcben und ansmich znrük zu stürzen. Ich Pakte den lächelnden,hohlen Schurken mit grimmiger Faust. „Du hastDas gethan — Dn hast ihr Herz gebrochen — hastdas meinige zermalmt! ich verflache Dich in ihremund meinem Namen! ich verfluche Dich aus der Tiefeund mit dem ganzen Gift meiner Seele! Elender,Verworfener!" Und er war ein schwankes Rohr inmeinen Händen.

„Rasender!" rief er, als er sich endlich vonmeinem Griff losgemacht hatte; „meine Tochter hei-ratete aus freiem Willen einen Manu, der weit ge-eigneter war ihr Elük zu machen, als Sie. Fort,fort — ich verzeihe Ihnen — auch ich liebte einst,und — Lnciens Mutter."

Ich antwortete nicht und ließ ihn gehen.

Ein neuer Lebensabschnitt eröfuete sich vor mir.Eine lange, süße, schattige Reihe von Träumen undFantasten und Ahnungen einer unwirklichen Zukunftwar auf immer vorüber. Mit Einem Schlag hatteich das Ende jener Zeit erreicht, die, ein Märchen,aus dem goldnen Land der Sonne herübergeflogcnist. Die Wahrheit war jach und plözlich in derNacht über mich gekommen! Ich war erwacht, undfür immer — der Zauber war von mir gefallen undich war ein anderer Mensch! Die winzigen Augelegen-heiten der Erde, die gemeine, tägliche Wirklichkeit,