Druckschrift 
Drittes Bändchen (1835)
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

SS

in jenem Ausdrnk Byrons, der, vor dem Richter-stvhl der Kritik blos ein wizziger Einfall ist: DieLiebe hat wirklich einen Seufzer zu ihrem bestenWortführer gemacht.

B. Sage man was man wolle von Byron, sohat doch gewiß kein Dichter an mehr in jeder Mrn-schenbrnst vorhandene Saiten gerührt, als er.

A- Seine Vorzüge sind zweifelsohne irrthnm-lich anfgefast und analysirt worden, und die richtigeKritik über sie soll noch kommen. Nichts seltsamerin der Geschichte der Nachahmung, als das aus-nehmende Misverständiß, worein alle NachahmerByrons hinsichtlich des Tons geriethcn, von wel-chem sie ein Echo sein wollten. Das bezeichnendeMerkmal des Lords ist Kraft nnd Nerv; erwendet sich an die allgemeinen Menschengefühle;er wird nie aus gekkenhafte o?er weibische Artsentimental; nie, troz all seiner Abschweifungen,treibt er zum Nachtheil der Frucht ans das Laub.Was sind die Merkzeichen all' seiner Nachahmer?sie sind weich, sie weinen, sie wenden sich an keinedem ganzen Menschengeschlecht gemeinsame Empfin-dung: sie häufen prächtige Worte, machen Pyra-miden von Blumen, schwören die Kraft ab, berufensich ,,auf die wenigen gleichgestimten Seelen," sindstolz auf ihre Langweiligkeit und betrachten denMangel an Interesse als einen Beweis erhabenenGeistes. Byron ist, wenn er klagt, der Held derseine Wunden zeigt; seine Nachahmer sind Straßen-