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Drittes Bändchen (1835)
Entstehung
Seite
30
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so

Formation der antiken Karaktere, besonders derAthener. Alcibiades und Perikles waren die Jndi«vidnalisirung des allgemeinen Genius ihres Landes.Aber damals war die Aufgabe auch leichter, derKreis des Wissens beschränkter und in körperlicherBezirhnng eignete sich das Leben der Alte» sehr zurDervollkomnung jeder Fertigkeit und zur Begabungmit jeder Anmuth. Bäder und Gymnasien dientenzur Kräftigung, zur Verschönerung, zur harmoni-schen Gestaltung. Wiederum trugen die Gesezzc, diein Athen ganz in den Händen des Volks ruhten,dazu bei, dessen Aufmerksamkeit nicht io sehr den ge-nieinen Nothwendigkeitcu, als den höheren Künstenund Ausschmükkungen des Lebens znzuwrnden.

Den Neueren ist bei ihrem gewaltigen Umfangder Civilisatisn ein« solche Universalbildung un-möglich; das jugendliche Streben danach bleibt je-doch nicht ohne Nuzzen für das ganze Leben. Esist erstaunend, welche Förderung ein rühriger Geistselbst ans der unbedeutendsten Erweiterung seinerKentnisse ziehen kann. Gibbon crzält uns mit Be-haglichkeit von den Vortheilen, die er für sein un-sterbliches Werk hinsichtlich der dort zur Sprachekommenden Belagerungen und strategischen Grund-säzze aus seinen früheren Kriegsdiensten entnommen.Ein noch höheres Beispiel der Anwendbarkeit einersolchen allgemeinen Bildung liefe» Miltou: Welcheine wunderbare Fülle des scheinbar buntesten, unzu-sammenhängeudsten Wissens in seinem grosen Gedicht!