Druckschrift 
7 (1834)
Entstehung
Seite
10
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dauerhafteren Grund als die Gewandtheit in denSpitzfindigkeiten des Gesetzes gegründet das mußnoch kommen, und eh ich dies, gekostet, will ich nichtsterben! Die Menschen sterben nicht eher als bissie ihre Bestimmung erfüllt haben. Der Geist, derin mir braust und schwillt, sagt mir, daß die Be-stimmung William Vrandons erst zur Hälfte voll-endet ist."

Mit diesen, Schlußgedanken suchte Brandonsein Lager. Was waren die Empfindungen des Ge-fangenen, über welchen er zu Gericht sitzen sollte?Branche» wir zu fragen? Wir dürfen uns nurselbst vorstelle» seine erschütterte Gesundheit, seinekranke Erschöpfung, wodurch der Trübsinn, das Er-zeugnis der Kerkerlnst schon, noch gesteigert warddie Gewißheit deS Urtheils das über ihn ausgespro-chen werden sollte, den ihm bekannten Umstand, daßder Oheim von Lncie Brandon sein Richter, Mau-levcrer sein Ankläger seyn werde; den Gedanken,daß aller menschlichen Wahrscheinlichkeit nach daseinzige weibliche Wesen, das er je geliebt, frü-her oder später die Schuld seines Lebens und dieSchmach seines Todes erfahren werde: blicken wirnur flüchtig auf die schwarze Trostlosigkeit seinerLage, so scheint nur wenig Zweifel seyn zu könnenüber die Beschaffenheit seines Gemüthszustandes.

Zwar vielleicht strahlte ihm auch in dieser schreck-lichen und bangen Stunde ein holdes Antlitz undblitzte alles Dunkel hinweg. Metteicht füllte auch.