Druckschrift 
7 (1834)
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

vorüber wie zuvor der Schmerz ; Brandon hattein neuester Zeit dieß Gefühl oft gehabt und nichtbeachtet, denn nicht leicht war Jemand weniger alser mit der Selbstqnälerei der Hypochondrie behaf-tet; aber jetzt, in dieser Nacht, sey es daß derAnfall heftiger war als sonst, oder daß seine Ge-danken die Saite berührt hatten, welche natürli-cherweise die ängstlichsten Empfindungen im Men-schen anfregt, wir wissen es nicht zu sagen, aberals er sich wieder setzte, schoß der Gedanke an feineherannahcnde Auflösung wie ein eisiger Pfeil durchsein Herz.

So ganz war dieser Entwürfe brütende Mannauf das bewegte Leben der Welt gerichtet, und sowenig waren seine Gedanken gewohnt, sich dem letz-ten Ziel aller Dinge zuzukehren, daß dieser sich ihmplötzlich anfdrängende Gedanke ihn wie ein Gespenstbangen machte. Er fühlte die Rothe von seinenWangen fliehen, und ein zuckender, unwillkürlicherSchmerz durchbebte die Kanäle seines Bluts vonden Haarwurzeln bis zu den Fußsohlen. Aber dietrotzige Seele Brandons war nicht von der Art,daß ein Schatten sie lange beängstigen konnte. Erermannte und zwang sich, dem düstern Gedanken,der sich so vor sein inneres Auge drängte, die Stirnezu bieten und er betrachtete ihn mit festem uud'im-erschrocknem Blicke-

Nun," dachte er,kommt meine Stunde her-an, oder habe ich noch die gewöhnliche Frist der