i5r
„Glaub mir, Morton," sprach sie und küs-se mich auf die Stirn; „glaub mir, ich kann michganz in das Gefühl versezcu, das Du bei einemDeiner Erwartung so widersprechenden Ercignißnatürlich in Dir tragen must. Vermag ich Dirdoch meine eigene Ueberraschung nicht zu verheh-len! Wirklich ließ Sir William Niemanden vonuns je vermnthen, daß er einen Deiner Brüderso sehr liebe wie Dich — ja man hätte Dies end-lich noch eher hinsichtlich Anbreys als Geraldsdenken sollen, und doch war der gute Mann injeder andern Beziehung keineswegs geneigt seineGesinnungen zu verbergen."
„Das ist wahr, Mutter," erwiedcrte ich,„sehr wahr. Haben deshalb nicht auch Sie eini-gen Verdacht gegen die Echtheit des Testaments?"
„Verdacht!" rief die Mutter. „Nein! —unmöglich! — Verdacht gegen Wen? Geraldenkannst Du doch nicht für so niedrig halten, undWer sonst hätte einen Vortheil bei der Fälschung? —Ucberdies ist die Unterschrift unzweifelhaft SirWilliams Hand, und das Testament hat seinegehörigen Zeugen. Verdacht, Morton — nein,unmöglich! Bedenk zudem welch wunderlicheEinfälle der Oheim von jeher hatte. Verdacht!unmöglich."
„So etwas war und Ist nicht ungewöhnlich,liebe Mutter. Die Menschen sczen ihre Seele,ja, was für Manche noch einen gröscrn Werth