Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
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Bruder, niederträchtig genug gewesen, dieses Te-stament zu verfälschen oder verfälschen zu lassen?"

Geralds Heftigkeit machte mich noch wenigerzweifelhaft an seiner Schuld.

Die Sache, m ein H err," ist diese: Dieskann nicht der lezte Wille des Oheims sein. Es isteine Anordnung, die Jedem unglaublich erscheinenwird, dem irgend etwas von unseren häuslichenVerhältnissen bekant ist. Eine Fälschung ist ge-schehen: wie, weiß ich nichts von Wem weiß ich!"

Morton, Morton, Das ist nicht zu dulden;ich darf solche Beschuldigungen selbst von einemBruder nicht ertragen."

Beschuldigungen! Dein Gewissen spricht,Mensch! 'nicht ich; Niemand gewinnt durch dieseFälschung als Du. Du wirst mir also verzeihen,wenn ich aus einer Thatsache Folgerungen ziehe."

Damit drehte ich mich auf dem Absaz umund verließ schnell das Zimmer. Ich stieg dieTreppe hinauf in mein eigenes Gemach. Dortfand ich meinen Diener mit Zubereitung des Tauer-prunks beschäftigt, worin ich noch heut Abend demLeichenbegängniß des Oheims beiwohnen sollte.Mit ruhiger, gefaster Stimme trug ich Jenem dienothigcn Befehle auf, um sogleich nach dieserFeierlichkeit mit mir nach der Stadt abrcisen zukönnen, und begab mich sofort nach dem Saal,wo der Verstorbene auf dem Paradebett lag. DasZimmer war schwarz behängt; das prächtige