Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
140
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14 °

rieten uns nicht wie Brüder am Sterbebett einesgemeinschaftlichen Wvlthäters gethan haben sollten:

Willst Du hier aussen warten?" fragte meineMutter.

Nein, ich will bei ihm wachen." Damitschlich ich mich leisen Schrittes hinein und seztemich an des Kranken Lager. Er schlief, und seinSchlaf war so still und ruhig wie der eines Kindes.Ich blikte auf sein Angesicht: eine Veränderunghatte darauf begonnen und nahm merklich zu;aber so bänglich dieser Wechsel anzuschcn war, lagdoch nichts Hartes oder Düsteres darin. Die solang von Wolwvllcn durchstromte Seele konnteauch der freundlichen Hülle, die ihren Anregungenso gut nachgekommcn, beim Scheiden kein rau-hes Gepräg zurüklasscn.

Eben hatte es angcfangcn dämmerig zu wer-den als der Oheim erwachte; er wandte sich sehrsanft um und lächelte als er mich gewahr wurde.

Ist cs spät?" fragte er; und tief ins Herzhinein fühlte ich daß seine Stimme schwächerwar.

Nein, lieber Oheim, nicht sehr," antwor-tete ich.

Spät genug, mein Kind; die warme Sonneist hinunter und es ist die rechte Zeit daß mandie Augen schlicst, wenn drausscn Alles grau undfrostig aussieht. Ich glaub, cs wird mir leichtervon Dir Abschied zu nehmen, Morton, wenn ich