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worden, der Kranke könne menschlicher Wahrschein-lichkeit nach die Nacht nicht überleben. Das auf-gcstürmtc Herz niedcrdrükend hörte ich auf nichtsweiter; — ich flog die Treppe hinauf, ich standvor des Oheims Zimmer, ich hielt an und horchte.Alles war still, — sanft öffnete ich die Thür,schlich mich hinein, näherte mich dem Bett auf denZehen, kniete nieder und bcdekte das Gesicht mitden Händen. Ich bedurfte einer Pause um Fas«sung zu gewinnen, eh ich den Muth zum Aufsehenhatte. Als ich die Augen aufschlug, crbliktc ichmeine Mutter auf der cntgegengcsezten Seite;sie saß auf einem Stuhl, ein Arznciglas in deveinen Hand und eine Uhr in der andern. Ohnezu sprechen begegnete sie meinem Blik, gabmir ein Zeichen der Erkennung und sah dann wie-der auf die Uhr nieder. Der Oheim hatte mirden Rüken zugckehrt und lag so still, daß ich eineZeitlang glaubte er sei eingeschlummcrt, endlichjedoch bewegte er sich unruhig.
„Mittag ist vorüber?" fragte er meine Mut-ter; „nicht wahr?"
„Es ist drei Minuten, sechs Sekunden überVier", erwicdcrtc meine Mutter und hielt dieUhr näher ans Ang.
Der Oheim seufzte. „Man hat einen Er-pressen nach dem guten Jungen gcschikt, Ma-dame ?"
„Genau um halb zehn Uhr gestern Abend,"