Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
60
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die ein Dorfbarbier ausübt! Indem er sich zumGehen anschikte, zog Jsora aus einem Bcutel-chen etwas kleine Münze hervor und lispelte,indem sie dieselbe der noch auögestrcktcn Handbebend hinreichte, einige Worte, welche die Schamder Armuth andcutctcn. Zweimal schloß und öff-nete sich jene Hand über der dürftigen Summe;das drittemal siegte der natürliche Instinkt desHerzens über den späten, Instinkt des Gewerbes.Der Sohn Galens trat zurük, schüttelte sein Hauptmit einer sanften Schwingung, legte das Geldsauft auf den Tisch und knöpfte, als wolle er fer-nerer Versuchung widerstehen, die Tasche seinesUnterkleides zu. Sofort drükte er die arme, im-mer noch gegen ihn hiugcwandte Hand, beugte sichüber dieselbe mit einer ehrerbietigen Freundlich-keit hin, für welche ich seine abgewclktc, farbloseWange hätte küssen mögen, fuhr dann schnell her-um, und wär in der gedankenvollen Hast, wvmirer hinaus eilte, beinah über mich gefallen.

Bst!" fragte ich leise;was für Hoffnun-gen haben Sie für Ihren Kranken?"

Auf einen bedeutsamen Blik des Barbiers flü-sterte ich ihm zu, er möge drunten auf mich war-ten. Jsora hatte mich noch nicht bemerkt. Unterden stärkeren Empfindungen findet eine merkwür-dige Verschiedenheit statt: während alle anderedie Scharfe der Sinne bis zur Empfänglichkeiteines blvs gelegten Nerven steigern, stumpft sic