Druckschrift 
3 (1834)
Entstehung
Seite
9
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seine herrschende Leidenschaft die dauernste Super-stition. Was kann bis zum Tod die Hoffnung,die Sehnsucht, das Verlangen nach einer Brustans uns reiffen, die unser eigenes Selbst wiederspiegelt, in diesem Rükstral aber nicht zcrfliest?Ich habe gelesen, im Augenblik unserer Geburtwerde ein anderes Wesen, das nach Geist undGestalt dem unsrigcn vollkommen ähnlich sei, ge-boren, und eine geheime räthselhafte Sympathieerhalte diese Gleichheit selbst durch alle Wechseldes Glükes und der Umstände hindurch, bis diebeiden Wesen im nämlichen Moment sich wiederin die irdischen Ursioffe auflöscn. Gestehen Sie,daß in diesem grundlosen Märchen etwas Anzie-hendes liegt, und daß uns Glanz und Ehre derWelt Wenig darbieten, worauf man nicht verzich-ten würde, um als innigster und gclicbtester Ver-wandter dieses Abbild unsrer selbst zu beflzen."

Ach!" rief St. John,wie jedes irdischeGlük trägt der Bcsiz in sich selber die Grundlageder Vcrdcrbniß. Die tödtlichste Feindin der Liebeist nicht Veränderung, nicht Ungunst des Glüks,nicht Eifersucht, nicht Aorn, nichts, was Ausflußeines Affektes oder Ergcbniß der äußerlichen Ver-hältnisse ist: die tödtlichste Feindin ist die Ge-wohnheit ! Unter ihr schwinden die Täuschung unddas Gchcimniß, welche die Liebe umgaben, hin-weg; von dem dichterischen Frühlingsgrün, derBedingung ihrer Schönheit, welkt und sinkt Blatt