der weltlichen oder mehr zart empfindenden Nature»zukommt," entgegnete St.John; „ein Vedürfniß,das ich selbst gefühlt habe, und ohne dessen Em-pfindung ich mich vielleicht nie dem Staatsleben zuge-waudt hätte, welches leztere mir einen Trost, eine Be-schäftigung gewähren sollte. Aber schmeicheln Siesich nicht, daß ein solches Vedürfniß je befriedigtwerden wird. Die Natur stellt uns allein in dieseungastliche Welt und kein Herz ist in dieselbeForm gegossen, wie dasjenige, welches wir in unstragen. Wir schmachten nach einer uns antwor-tenden Seele; wir erschaffen uns eine ideale Welt,worin wir jene Seele zu finden,hoffen, aber die-ser Schöpfung entspricht keine Wirklichkeit; —Aus-geburt deS Gcmüths wird sie von dem Gemüthangebctet, und eben weil das Gebild nicht zumwirklichen Wesen werden kann, verzweifelt die Seele.Von der Wiege bis zum Grab wünschen wir unseigentlich nie etwas äusserlich Eristirendes, im LebenVorhandenes, sondern immer die Verwirklichungder in uns geschaffenen Idee, die wir, da wirkeine Götter sind, nie ins Leben rufen können.Wir verlieben uns in die Bildsäule, die wir selbstgcmcisselt haben, aber ungleich der Statue derCypria, erwärmt sie nicht von unfern Huldigun-gen und erweicht sich nicht in unserm Arm."
„Ich glaub Ihnen," crwicderte ich, „aberdie Enttäuschung fällt uns schwer. Unter allenSchwärmern ist das Herz der gläubigste, und