7S
noch einmal küßt« er ihre Wange und segnete sie mitdiesem Knß. Als er sich erhob, schimmerte auf demlichten, klaren Kindergeflcht ein Heller Tropfen; Isa-belle regte sich im Schlaf, als ob ein banger Traumsie drücke, und erseufzte tief.
Es war das lehtemal, daß die Wange der jun-gen, zum Leiden bestimmten Waise von einem Vatergeküßt oder von eines Vaters Thräne bethaut wurde!Schweigend verließ er das Gemach, und kaum hatteer es verlaßen, als die eisige Ahnung an sein Herzzurückkehrte, nicht anders als träte er aus einemgeweihten, schilpenden Zauberring heraus.
Es gibt ein Gefühl, welches vielleicht alle Men-schen in Zeiten momentaner Schwermuth empfundenhaben; jene mächtige, schaudernde Empfindung fürdie Coleridge einen Ausdruck gefunden hat, wenn ersagt, ..daß Etwas nicht von dieser Erdehinter uns ist" — so daß wenn wir zurücksähen,wir erblicke» müßten, was das Herzblut gerinnen unddie Augen in ihren Höhlen erstarren würde. Und solebendig ist unser Wahn, daß wenn wir zurücksehenund Alles leer finden, wir aus dieser Leere ein ebenso gräßliches Gespenst zu schaffen vermögen, alsdasjenige, welches unser Schauder unserem Innernvorgemalt hatte.
Etwas dem Aehnliches empfand Mordaunt, alsseine Tritte dumpf und'echolos auf der Treppe hall-ten, iznd die Sterne die Luft ringsum mit ihrerdämmernden, feierlichen Gegenwart erfüllten. Mit