Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
77
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Schlafe," sprach cr:schlafe fort! Jetzt kommtkein Frevler zu Dir. Du bist jetzt in einer Welt,die keine Genossenschaft mit der äußern hat ineiner Welt, aus welcher das Glück nicht verbannt ist!Weder Kummer, noch Schmerz, noch Erinnerungan das Vergangene, noch Verzweiflung über dieZukunft gehören zu den Abzeichen Deines jetzigenZustandes! Du nimmst die Bewußtlosigkeit des Gra-bes vorweg, und Dein Herz faßt den ganzen Trostder Erde in dem einzigen Wort Vergessenheit zu-sammen. Schön, wie schön bist Du selbst jetzt!Dieses Lächeln, dieses vorüberfliegende Erröthcnvermochte keine Zeit zu verwischen! Noch sind siewie damals, als Du, eine junge Braut, zum erstenMal an meiner Brust lehntest und träumtest, daßes jetzt keinen Schmerz mehr gebe! Und ich habeDich so weit gebracht. Diese schimmelnden Mauernbilden Dein Brautgemach jene Stücke Brod Dei-nen Hochzeitschmaus. Doch gleichviel! Du bist aufdem Weg zu einem Land, wo Alles, selbst ein bre-chendes Herz, bald zur Ruhe kommt. Ich weinenicht; warum sollte ich weinen? Thräuen sind nichtfür die Todten, sondern für die Ueberlebenden. Lieberwill ich Dich Zoll um Zoll ins Grab sinken sehenund dazu lächeln, als Dich für das Erbe der Sün-de erhalten. Was ist an diesem kleinen schmutzi-gen Leben, daß wir für seine Erhaltung ringen soll-ten? was ist an diesem furchtbaren Traum, daß wiruns vor dem Erwachen fürchten sollten?"

Bulwer's Romane. Xl-ll. g