Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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und tiefen Furche ihr Grab gegraben hatten: dieStirn, obwohl hoch, war eng und zusammengedrückt,die Brauen hingen trotzig über die Augen herab,und die auffallend vorspringende und entschiedeneNase hatte das Alter geschärft und hervorgehoben,so daß sie den mehr eingesunkenen Zügen, aus wel-chen sie mit übertriebener Würde hervorragte, einenharten, sehr abschreckenden Ausdruck lieh. Zwei Fla-schen Wein, einige trockene Konfitüren und ein reichkanelirtes, mit Gold geschmücktes Wasserglas deu-teten an, daß der Bewohner des Gemaches dieStunden des Hauptmahles eben hinter sich hatte, sowie seine Einsamkeit zu einer im gewöhnlichen Lebender Gesellschaft gewidmeten Zeit anzuzeigen schien,daß in der Regel nur wenige Oelzweige seine Tafelüberschatte» mochten.

Die Fenster des Speisezimmers erstreckten sichbis auf de» Boden herab, und draußen reichte dassinkende Licht eben hin, ein dichtes Schlagholz vordaö Auge zu bringen, das nach einem sehr kurzenZwischenraum von Rasen dem Hans gegenüber indnsterm Schatten stand. Während der Alte sich überdas Feuer beugte und seinen Abendbetrachtungennachhing, schlüpfte eine Gestalt aus dem eben erwähn-ten Gehölz, näherte sich dem Fenster und blickte spä-hend in das Gemach. Sofort öffnete sie mit leisemGriff das Rahmenschloß, das, nach cigenthnmlicher,schon veralteter Weise gebaut, eine geübte, vertrauteHand erforderte, trat in das Zimmer und schlich