Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

Gleichwohl gibt es Zeiten, wo ein eiserner, stren-ger Trübsinn unsere Genußfähigkeit in uns selbst zu-rückdrängt, und so brachte denn der Sang der Vö-gel, die grüne Frische des Sommcrmorgens und diemuntere Bewegung seines muthigen Pferdes wederErheiterung noch Wechsel in das Sinnen des jungenAbenteurers.

Ohne auf irgend Etwas unterwegs Achtung zugeben ritt er mehrere Stunden fort, nnd deutete nurdann und wann die Art seiner Gedanken und einGefühl der Einsamkeit durch kurze, abgebrocheneAusrufungen an, welche auf den traurigen, obwohlaufregenden Gegenstand seiner Betrachtung schließenließen. Während der Mittaghitze hielt er in einemkleinen Gasthof, etwa . . . Meilen von der Stadtentfernt, an; gegen Abend stieg er, da ihn seinPferd heute mindestens noch vier Stunden weitertragen sollte, wieder auf und setzte seinen Weg ge-mächlich fort.

Er befand sich jetzt in derselben Grafschaft, wor-in er in dieser Geschichte zuerst aufgetreten. Obwohlmehrere Meilen von dem Ort entfernt, wo er diedenkwürdige Nacht mit den Zigeunern verlebt hatte,kehrten seine Gedanken doch zu dieser Erinnerungzurück, und wenn er sich die lebendigen Hoffnungenwieder hervorrief, welche sein Herz damals nährtenund beseelten, konnte er sich eines Seufzers nicht ent-halten. Also in sich vertieft vernahm er Hnfschlaghinter sich, nnd gleich darauf kam ein Mensch nüch-

2-v