115
Hier leg' ich, wie in der Stille einer Nacht, dieMeisterstücke menschlicher Erfindung bei Seite undkehre zu diesen müßigen, wcrthloscn Blättern zurück<wie weit unter -den Träumen künftiger Trefflichkeit,welche die Begeisterung meiner Knabcnjahre erschufund pflegte!); hier, unter den Bäumen, die vormeinen Fenstern im Hauch der hehren Nacht wogen,der wild und frisch aus den Gründen manchen Waldes
Lrrsre stgue viam galantes guaerero vilse,Lertgrc iv^onio, contenüere uobililale,
Isockes »lcjus »lieo niti sirseslante labore,
^>1 summas ewer^ere osies reiumgue poliri.
O miseras liowinum mentes! o peolors eaeca !" "„Verzeihung, Lukrcz, ich glaube. Du irrst hier.Meiner Ansicht nach ist es bloß die Neugier, die unsans User treibt, um ein Schiff mit dem übermäch-tigen Sturm ringen zu sehen. Ich habe mich indiesem Fall befunden, und ich schwöre Dir, daß meinmit Bangigkeit und Unbehagen vermischtes Vergnü-gen keineswegs die Frucht meiner Reflexion war;es entsprang nicht aus einer geheimen Vergleichungmeiner Sicherbcit mit der Gefahr jener Unglücklichen.— Bei der Schlacht von Fontenoi kletterten kleineKnaben und Mädchen auf die umstehenden Bäume,um die Leute umbringen zu sehen. Während derSchlacht von Racou ließen sich die Damen Sitze auf«ine Bastion der Stadt Lüttich bringen, um dasSchauspiel mitzugcnießcn re. Meiner Meinung nachläuft man aber keinem Schauspiel irgend einer Artaus einem andern Grund, als aus Neugierde nach,so daß jetzt das Pariser Publikum nicht einmal mehrin den Tarlüffe geht, weil es ihn schon oft gesehenhat, weil es ihn auswendig kennt:c. Hätte man
8 *