Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
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hörte keinen Athemzug; ein sechsjähriges Kind, dasvon dem ganzen Vortrag blos die Geberden undStimme des Sprechenden zu fassen vermochte, saßmit eng zusammengefalteten Händen, weit geöffnetenLippen und bleicher, von Furcht angefröstelter Wange.

Vor diesem Abend hatte Linden nie einen öffent-lichen Redner gehört; aber er war von nachdenkli-cher, berechnender Sinnesart, und frühe Gewöhnungan eigenen Entschluß, zeitige Bildung des Verstan-des machten ihn im Allgemeinen wenig empfänglichfür Das was den großen Haufen bewegt. Nichtsdesto weniger ward er gegen den eigenen Willen vomStrom mit fortgeriffen und fand, daß die Gewaltund Raschheit des Sprechenden ihm nicht einmal Zeitzu der tadelnden Mißbilligung ließen, welche dierepublikanischen Lehrsätze und grimmigen Anschuldi-gungen in einem nach Vorurtheil und Erziehungaristokratischen Gemüth erregen mußten. Endlichnach einem Schluß voll stürmischer, erhaben klingen-der Jnvectiven endete der Redner.

Mitten unter dem sofort erfolgenden Beifallverließ Clarcnce die Versammlung; er vermochte denGedanken nicht zu ertragen, daß ein weniger begei-sterter oder alltäglicherer Sprecher den Zauber, derseinen Geist noch fesselte und überwallte, wiederzerbröckele.