Druckschrift 
6 (1834)
Entstehung
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Was für ein freudiges Erwachen aus unsselbst, welch ein Heller, frischer Trunk aus einerneuen Quelle des Daseins, welch ein Rad im Rad,das die ganze übrige animalische Maschine auf-zieht und in lebendigen Gang bringt, ist die ersteAufregung einer Reise! Der erste freie Ausflugaus den Banden des gefesselten, zahmen Lebensder Städte und der gesellschaftlichen Gebrechen,aus dem abgnälcndcn Genuß und der hohlen Lie-be, dem einförmigen Kreis schmuzigcr Bestrebungenund dumpfer Wünsche, aus der ewigen Kette,die uns an Sachen und Wesen bindet, Spottbil-der unseres eigenen Selbsts, diesem ähnlich unddoch wieder so verschieden von ihm! Der Stoß,der uns den Menschen zuführt, nur um ihnen imKampf zu begegnen und aus dem rauhen Streitmit verschleiertem Betrug und offener Ge-walt zu lernen, daß jcmchr wir uns den ZwekenAnderer anschließcn, wir um so tiefer und niedri-ger in die eigene Kleinheit verwurzeln.

Frankreich durchzog ich mit mehr Muße alsdie andern Gegenden, durch welche mich meineStraße führte. Ich hatte lang genug in derHauptstadt gewohnt, um nach näherer Kcntniß desLandes begierig zu werden. Hier schwand dennder lczte Eindruk, den der Zauber Ludwigs XIVund die Erinnerung an seinen prachtvollen Hof aufmein Gcmüth hcrvorgebracht; ich erblikte die Grösedieses Monarchen in ihrem wahren Wesen, und die