17
mit folgendem Ausruf auf sie ein: „Miß Camcron,Sie müssen von Kindheit an in der Gesellschaft edler°Gemüther gewesen scyn. Ich sehe schon, daß Sie vonder Welt, so schnöd und elend wie sie ist, keine An-steckung zu fürchten haben. Ich habe Sie über diemannigfaltigsten Gegenstände sprechen hören — überviele, worin Sic unvollkommene Kenntnisse besitzen;aber nie haben Sie einen niedrigen Gedanken, nie cmfalsches Gefühl ausgesprochen. Sic scheinen im Besitzder Wahrheit wie durch Anschauung zu scyn."
Wirklich war es diese ausnehmende Hcrzcnörcin-heit, die in den Augen des Wcltmüdeu den Hauptrcizvon Eveline Camcron auömachte. Aus dieser Reinheitstammten, wie aus dem Herze» eines Dichters, tau-send neue, vom Himmel cingcgcbcne Gedanken, welchevoll eigentümlicher Wahrheit waren — Gedanken, dieoft den ernsten Zuhörer in die Jugend zurück versetztenund ihn mit dem Leben aussöhntcn. Der weise Mal-travcrs lernte mehr von Evelincn, als Eveline vonMaltravcrs.
Noch war aber ein anderer Zug in MaltravcrsCharakter — tiefcrlicgcnd als jene Tcmperamcntscigcn-thümlichkeit — und welcher ihr, umgekehrt als beiletzterer, mehr als andern aufficl: seine Verachtungalles dessen, was ihr jugendlicher, frischer Enthusias-mus hatte schätzen lernen — des Ruhms, der ihn ihrenAugen verklärte und heiligte — des ehrgeizigen Rin-gens und seines Lohnes. Er redete mit so bittererBulwer's Romane. l,XIX. 2