Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

114

seyn, und Arme und Hals hatten, wie man bei dem enganschließenden Leibgewand sehen konnte, schon die Fülleund die runden Umrisse der anbrcchenden Weiblich-keit, während das Gesicht noch die Weichheit, Un-schuld und unaussprechliche Blüthe des Kindes hatte.Eine starke Nehnlichkeit zwischen ihr und ihrem Vaterdenn in diesem Verhältnis; der Blutsverwandtschaft stan-den sie war nicht zu verkennen, trotz des Unterschiedesder Zahre und des Geschlechtes dieselbe schone Formdes Mundes und der Stirne dieselbe nur selten zutreffende Farbe der Augen, dunkelblau mit schwarzenWimpern; und vielleicht trug der gleiche Ausdruck, indiesem Augenblick, der des sausten Mitleids und der wohl-wollenden Besorgniß, dazu bei, die Nehnlichkeit nochstärker hervortretcn zu taffen,

Vater, er sinkt wieder zurück!" sagte das Mädchen.Sybille," versetzte der Mann, seinen Finger aufein- Zeile in einer Handschrift legend, die er in der Handhielt,die Autorität sagt, daß einem so Verletzten Pa-tienten Blut abgelaffen werden, und dann der Arm festumbunden werden muß. Wahrhaftig, es fehltns anallem dazu Erforderlichen,"

Nicht so, Vater!" sagte das Mädchen, und errü-thend trat sie bei Seite, und nahm bas feine Schleiertuchab, ei»en festtäglichen Schmuck, auf welchem vielleichtdiesen Morgen noch ihr Auge mit Lust geruht hatte, undweiß wie Schnee war der Hals, der sich jetzt entblößtzeigte,das wird genügen, ihm den Arm zu verbinden."