richtet; in Hoffnung oder Niedergeschlagenheit immertreu bleibend der Theorie, welche weniger um dieGröße des erregten Interesse s sich kümmert, als umdie Quellen, aus welchen dieß Interesse hergeleitetwerden soll; in der Handlung nach den großartigerenLeidenschaften, oder den geheimeren, tiefer» Beweg-gründen des Thuns strebend, in der Ruhe die Fär-bung der geistigen Schönheit suchend.
Das Niedrige und das Hohe der Kunst wirdnicht ganz leicht richtig begriffen; Beides hangt nichtvon der Stufe in der weltlichen Rangordnung oderder physischen Beschaffenheit ab, welche die geschil-derten Charaktere einnehmen; Beides hängt gänzlichab von der Beschaffenheit des Jnteresse'ö, der Ge-müthsregung, welche die Charaktere Hervorbringensollen — sey es nun Sympathie für etwas Niedri-ges, oder Bewunderung für etwas Hohes. Es liegtnichts Hohes in einem Banernkopf von Teniers, —nichts Niedriges in einem Banernkopf von Guido.Was macht den Unterschied zwischen Beiden? DieAnwesenheit oder der Mangel des Idealen! AberJedermann kann urtheilen über das Verdienst desErsteren, weil er der Schule der gewöhnlichenWirklichkeit — der familiären — angchört; es er-