Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
119
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IIS

Wolf hatte deren keine. Sein nächster Verwandterwar Warner und cs säst sich leicht erachten, daß ermit dem nachdenklichen, kontemplativen Künstler insehr geringem Verkehr stand. Nie hatte er geheira-tet, noch' schien er auch nur zur kürzesten Verfol-gung Micher Lust von seinem rauhen, einsamenPfad je abgewichen zu sein. Von unerschütterlicherRechtlichkeit und schroffer Strenge bot sein morali-scher. Karakter selbst seinen bittersten Feinden keineMöse dar; arm bis zum Mangel hatte er unabän-derlich jedes Anerbieten der Regierung ausgeschlagen;dreimal «ingekorkert und zu schwerer Geldbuße fürseine Lehrsäze verdamt. ließ er sich durch keine Furchtvor ein«, künftigen, keine Erinnerung an eine ver-gangene Strafe zu Unterdrükung seiner bittern Be-redsamkeit oder zu Milderung seines maßlosen Eifersbewegen; gutmülhig bei aller Rauhheit theilte erstets seine dürftigen Mittel mit de» weniger ehrli-chen und uneigennüzigen Anhängern seines Bekeut-niffes, und man wüste, daß er sich Tage lang derNahrung, Nächte hindurch des Obdachs beraubt hatte,um Beides Andern znkommeu zu lassen.

So war dieser Mann verurtheilt ein langes, ver-geudetes Leben hindurch jedes Glük ln der Wirklichkeitwegzuwcrfen, um einem eingebildeten Gut nachzujagen;vrurtheilt, mit dem wärmsten Wolwollen im Herzenjeder Zuneigung an einzelne Menschen zu entsagenund bis zum Wahnsinn über Beeinträchtigung der All-gemeinheit zu brüten; in edelmüthiger obwol irrthüm-licherHintansezung seines Selbsts Alles einer Freiheitzu opfern, deren Sache er, statt zu fördern, seinemganzen Wesen nach nur Hindernisse in deu Weg le-gen konte, und während er sich für den Märtyrereiner hohen, unzweifelhaften Tugend ansah, seineLaufbahn mit dem grösten aller menschlichen Ver-brechen zu schliefen.