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recht, daß Sie, der erst in die Welt eintritt, gutvon derselben denken, aber es ist auch ganz recht,daß ich, der aus ihr scheide, mich durch den Ver-such schadlos halte, dieselbe etwas niedrig anzuschla-gen. Lassen Sie mich Ihnen jedoch immerhin sagen,junger Freund, daß Der, dessen Ansicht von derMenschheit nicht zu hoch steht, den Fehlern gegen-über, welche nun einmal einen Theil der menschlichenUnvollkommenheit ausmachen, immer noch am mei-sten Liebe beidehalten wird, weil er am meistenNachsicht mit denselben hat: unsere Natur auf ei-nen zu schmeichelhaften Standpunkt erheben, heißtnur auf Täuschungen hinarbeiten und mit Menschen-haß enden. Der Mensch, der mit der Hoffnung inall seinen Mitgeschöpfen Tugendhelden zu finden, an-fängt, wird damit enden sie insgesammt als Ungeheuerzu verdammen, und andererseits wird Derjenige dermildeste Richter ihres Thuns sein, der die geringstenForderungen macht. Sähe Gott in seiner Vollkom-menheit nicht so viele Schwächen au uns, denkenSie er würde so gnädig gegen unsre Tugendensein?"
„Und doch," entgegnete Clarence, „sehen wirjeden Tag Beispiele der höchsten Tugend."
»Ja," gab ihm Talbot zurück, „der höchstenaber nicht der andauerndsten Tugend. Der kennt dasMenschenherz sehr wenig, welcher glaubt, wir kön-ten keine gute Handlung verrichten; aber ach! Derkennt sie noch weniger, da der glaubt wir könnten