Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
83
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Was mich betrifft/ so Hab ich Verwandte und Freundeüberlebt. Ich kann weder spät in die Nacht hineinaufbleiben, noch mich den ungesunden Bräuchen derguten Gesellschaft fügen, und glaube auch nicht, daßfür einen Mann meines Alters irgend etwas dasOpfer der Gesundheit oder Behaglichkeit gehörig anf-wöge. Wohl zufrieden daher in einem dunkeln Win-kel dieser großen Stadt in eine Einsiedelei zu versin-ken, frische ich nur gelegenheitlich meine Erinnerun-gen an höheres Leben durch Einladung einiger we-nigen alten Freunde auf einen Hagestolzenthee undein Gespräch über die Tagesneuigkeiten auf. Vonda, sehen Sie wohl, Herr Linden, schnapp' ich daunein paar neue Staats- und Lästerhistörchen auf underhalte durch Wiedergebnng derselben aus zweiterHand mein Ansehen in Grünspansruhe. UebrigcnSwerde ich nunmehr, da Sie einer der Bewohner die-ses Ortes sind, häufiger dessen Gast sein. Nebenherwill ich Ihnen ein Geheimniß eröffnen: Sie müssenwissen, ich bin ein wenig Liebhaber vom Wunderba-ren, und gebe mich da, wo man mir nicht auf denZahn fühlt, gern einer verschönernden Uebertreibunghin. Versprechen Eie mir daher, theurer Linden,keinen nngroßmüthigen Gebrauch von meinem Ge-ständniß zu machen, sondern mir zu erlauben dannund wann meine Geschichten auf meine Art zu er-zählen, selbst wenn Sie der Meinung sein sollten,die Wahrheit fordere eine andere Art von mir."