welche die Imagination gefangen nehmen. Ich binüberzeugt, mein Herr, daß die praktische Philoso-phie sehr Recht hat, wenn ffe uns ermahnt, echtesGold den Flitter» vorzuzichen. Seit mehreren Jah-ren bin ich nun verheirathet und jedes Jahr scheintmir noch glücklicher als das vorhergegangene; unddann, Herr Linden, ist es auch eine so große Wonne,die wachsende Lieblichkeit des süßen Pfandes unserergegenseitigen Zuneigung zu betrachten! — Adolf,mein Lieber, halte die Füße ruhig und nimm dieHände aus'den Taschen!"
Eine kurze Pause folgte.
„Wir sehen," fuhr Frau Grünspan pomphaftfort, „ziemlich viel Gesellschaft bei uns und zwar ausden besten Kreisen. Zuweilen beehrt uns Herr Tal-bot mit seiner Gegenwart, ein Mann von unermeß-lichem Vermögen, ganz ein Herr nach dem Hof; inseinem Anzug ist er zwar ein wenig sonderbar) aber injungen Tagen war er auch ein berühmter Elegant. Erist unser nächster Nachbar; Sie können sein Hausaus dem Fenster sehen, gerad über dem Garten —dort! Auch wird unser kleiner Tisch bisweilen voneiner sehr fein gebildeten Freundin von mir, MißBarbara York, gewürdigt, einer Dame von sehr ho-her Verwandtschaft; ihr erster Vetter war ein LordMayor. — Adolf, mein Lieber, was machst Duda? — Ja, Herr Linden, Sie werden unsere Re-traite durchaus keiner Störung ausgesetzt finden.Ich muß jetzt den Haushaltungsgeschäften nachgehen;