Seite des Zimmers und gerade darüber hing daskleine Gefängniß eines jener goldenen Fremdlingevon den kanarischen Inseln, die Töne ans der lieb-lichsten Musik ihrer Himmel und lauen Winde inunser kälteres Land versehen. Das auf den Bodenherabreichende Fenster stand offen und gewährte durchdie Jasmin - und Geisblattgehänge, welche die nie-dere Veranda draußen nmkränzten, Aussicht auf eindichtes, eng gedrängtes Gebüsch blühender, früh-lingduftiger Stauden, die in den sonnigen Thrä-nen eines nur eben ausgeweinten Maischaners fun-kelten. Eingebettet in diese kleinen Haine lagenreiche Blumengclände, in lieblichem Gegensatz mitdem sie umgebenden Rasen, dem frischesten undgrünsten, der je die Elfen zu nächtlichem Tanze lud,und weiterhin, durch eine künstliche Oeffnung, tratdem Aug der schimmernde Wanderzug eines Wassersentgegen, aus dessen Licht und Lächeln die alldurch-dringende Seligkeit des jungen Jahrs wiederzustrah-len schien.
Aber in dem Zimmer, achtlos auf Alles um sieher und kalt gegen den Jubel, wovon die ganze ihran Jugend, Schönheit und Unschuld gleiche Weltdnrchathmet und begeistert erschien, saß eine sehrjunge und liebenswürdige Dame. Ihre Wange lehnteauf ihrer Hand und große Thräncn flössen schnell undheiß über die schmalen, zarten Finger. Der Kammder ihre Flechten geordnet, lag zu ihren Füßen, unddas hohe Gewand, das ihre schwellende Brust barg,