Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

150

Wird die Religion nicht durch die Ethik unter-stüzt, so ist immer zu besorge», daß dem Principder Furcht zu viel überlassen bleibe.Lang undlaut Verdamniß zu predigen," sagt der schlaue Sei-den,ist der Weg um in Ruf zu kommen. Wirlieben den Mann der uns verdammt und laufen ihmnach, daß er uns wieder erlöse." Dieser gewöhnlicheGrundsaz in der Theologie wird auf Erziehung undGcsezze übertragen. Wir ziehen unsre Kinder mitder Rnthe auf. ") Wir regieren unsre Armen LurchZwang. Wir streben fortwährend unsere Neben-menschen durch Schrekken herabznwürdigcn, statt fledurch Vernunft zur Ordnung zu fuhren. Nicht sowürde Boffnets große Seele »ns unterrichtet haben.Wenn der mächtige Kanzelredner in der erhabenenPredigt pour la Profession <le lil-xlsme cle la Vslisredas Gemüth zum Himmel zu erheben sucht, sprichter nicht von Schrekken und Züchtigung, sondernvon himmlischer Liebe, von dem Schwinden jederFurcht unter den Fittichen des Allmächtigen.Was,"

*) So räth auch WeSley, der seine Predigt oft mitLe« Worten schloß:Ich werde di« verdammend«Müzze *) anssezzen ich werde de« Richterspruchüber euch anssprechen: Weichet von mir ihr

Verfluchten ins ewige Feuer" di« Kinder wie-derholt durchzupeitschen und besteht auf der Noth-wendigkeit ihnenden Sin» zu brechen." Wes-lep« Leben von Southep»

Vrgl. Eugen Aram, Bdchn. 6, S. 75.